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Rastatt

Der “Türkenlouis” zeichnet sich für das wundervolle Erscheinungsbild des Rastatter Schlosses zuständig, dass heute noch Scharren von Besuchern in die Stadt Rastatt lockt und als besondere Sehenswürdigkeit gilt. Wer aber war dieser Mann, der einen solchen umgangssprachlichen Spitznamen hatte und was ist das besondere an dieser Sehenswürdigkeit?

Eingerahmt von einer bezaubernden landschaftlichen Kulisse fristet die rund 47Tausend Einwohner zählende Stadt nahe Baden- Badens ein ruhiges und beschauliches Leben, dass vom Tourismus wenig mitbekommt oder dieser sich gänzlich verläuft. Natürlich ist Rastatt aufgrund der zentralen Lage durchaus attraktiv, aber die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt reduzieren sich auf ein Veranstaltungszentrum sowie ein ansprechendes Stadtbild. Im Mittelpunkt steht Rastatt dabei, wenn alljährlich das internationale Straßentheaterfestival hier ausgetragen wird oder auch die zahlreichen Straßenfeste die Besucher locken. Bei der Aufzählung der städtlichen Sehenswürdigkeiten darf man jedoch dann die Kasematten nicht vergessen, welche ein unterirdisches Gewölbe aus der Nachkriegszeit sind, und die man hier vor Ort besichtigen kann.

Angesichts dieser spärlichen Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die jedoch sicherlich nicht missgünstig stimmen werden, da man auch eine bezaubernde Landschaft hier vorfindet, ist der eigentliche Star des Ortes eben das Schloss der Stadt. Einst im 17. Jahrhundert vom Markgraf Ludwig Willhelm errichtet, zeigt dieses Schloss in seiner einmaligen Erscheinung, dass sein Besitzer ein reicher Mann war der den Luxus liebte. Diesen hatte sich der kaiserliche Feldmarschall auf seinen erfolgreichen Kriegszügen gegen die Türken hart verdient, und zollte ihm mittels diesen Prunkbaus Ehre. Dabei entstand über die Jahre hinweg ein Schloss welches als einer der ältesten Barockpaläste Deutschland gilt und zudem über eine der prächtigsten Parkanlagen im gleichen Stil verfügt. Allein der wundervoll gepflegte park ist dabei schon eine Augenweide für sich und bietet einen unvergesslichen Blick auf das imposante Gebäude.

Stolz ragt dieses dem Betrachter dann entgegen und wird in seinem imposanten Auftritt noch von der goldenen Figur auf dem Giebel unterstützt, der dem Besucher einen Eindruck in die Anschauung des ehemaligen Bauherrn vermittelt. Einen unbezahlbaren Eindruck vom Leben des Markgrafen erhält man jedoch beim Betreten des Schlosses. Denn hier eröffnet sich ein Anblick der seinesgleichen sucht und sich in schönen Stuckarbeiten, wertvollen Fresken und antiker Malerei wiederspiegelt. In dieser beschaulichen Kulisse findet man dann auch Ausstellungsstücke der Wehrgeschichte sowie der Rastatter Vergangenheit. So werden über 30 Ausstellungsräume den Besucher in die Welt des Mittelalters, der Kriegszeit und des Militärs entführen, während man im Nebengebäude das Stadtmuseum vorfindet. In einer sehr ansehnlichen Sammlung kann der Besucher dann Einblicke in die urzeitlichen Facetten der Stadt erhalten, sich an gotischen oder auch barocken Elementen erfreuen oder auch einmal Dokumente aus frühester Zeitrechnung bestaunen. Glanzstück dieser Ausstellung ist jedoch eindeutig die astronomische Uhr, die über zwei Meter hoch ist. Im letzten Jahrhundert erbaut ist sie nicht nur eindrucksvoll, sondern auch ein Stück badischer Handwerkskunst, da sie von einem einfachen Handwerker erbaut wurde.

Text von Claudia Schleicher